| IDEALZONE — SÜDBAHNHOF — BREAK — REALITIES — METALOG — P.I.L.T.Z. — 88 € — MR.QUICKIE — TAXI 01 | |||||||
MR. QUICKIE
Ausstellung Hannes Glaser
Grafik und Konzept Franziska Maderthaner

1. Die Ausstellung von Hannes Glaser in der ICT - FRANZ MORGENBESSER eröffnet
eine Reihe von Vorstellungen, die weder eine geschlossen Einheit noch eine
erschöpfende Behandlung des Themas Sexualität im Kunstkontext
sein wollen. Es geht darum in einem vielschichtigen Boden einige Probebohrungen
vorzunehmen. Die vorliegenden Resultate wollen daher auch nur als vorläufig
gesehen werden. Hannes Glasers Traum wäre ein Arbeiten mit langem Atem.
Ein Arbeiten, das sich im Laufe seines Fortgangs beständig korrigiert,
das für die von ihm hervorgerufenen Reaktionen ebenso offen wäre
wie ein Objektiv und stets weitere, neue Hypothesen einbezieht. Was er sich
wünscht ist eine gestreute und wandelbare Arbeit.
2. Rezipienten, die erfahren möchten wie er in den letzten Jahren geliebt
hat, oder wie es ihm verboten wurde - eine durchaus ernsthafte, wichtige und
schwierige Frage, werden wohl enttäuscht sein. Hannes Glaser will nicht
die Geschichte seiner sexuellen Verhaltensweisen in Bezug auf die heutige
Gesellschaft darstellen, sondern eine viel nüchternere und beschränktere
Frage behandeln - wie sind diese Verhaltensweisen zu Darstellungsobjekten
geworden. In welchen Techniken und Blickwinkeln hat sich der Erkenntnisbereich
organisiert. Es handelt sich hier um das Werden eines visuellen Wissens, das
er an seinen Wurzeln fassen möchten.
3. Er weiss, dass es unvorsichtig ist, gleichsam als Leuchtbombe eine Ausstellung
zu konzipieren, die ständig auf kommende Erfolge anspielt. Die Gefahr
ist gross, dass es den Anschein des Willkürlichen, Dogmatischen erweckt.
Seine Arbeiten mögen sich wie Behauptungen ausnehmen, die kurzen Prozess
machen (Mr. Quickie) und die vorgeschlagenen Lösungsversuche könnten
als eine neuer Gag missverstanden werden. So haben ihm hier Kunstkritiker,
die plötzlich zu den Segnungen des antirepressiven Kampfes bekehrt waren
(ohne, dass sie bislang grossen Eifer an den Tag gelegt hätten), vorgeworfen,
er leugnete, dass seine Sexualität unterdrückt worden sei.
4. Bei den Begriffen Kunst und Sex handelt es sich
um intensive, überladene, heisse Begriffe, die benachbarte
Themen leicht in den Schatten stellen. Darum möchte Hannes Glaser nterstreichen,
dass die Sexualität ihm als Methapher für ein allgemeines Problem
gilt, das er seit über 40 Jahren verfolgt und das ihn seit über
50 Jahren verfolgt. Es ist das Problem, das fast alle seine Arbeiten bestimmt.
(Francoise Michel)
MR. QUICKIE
Ausstellung Hannes Glaser
Grafik und Konzept Franziska Maderthaner

1. Die Ausstellung von Hannes Glaser in der ICT - FRANZ MORGENBESSER eröffnet
eine Reihe von Vorstellungen, die weder eine geschlossen Einheit noch eine
erschöpfende Behandlung des Themas Sexualität im Kunstkontext
sein wollen. Es geht darum in einem vielschichtigen Boden einige Probebohrungen
vorzunehmen. Die vorliegenden Resultate wollen daher auch nur als vorläufig
gesehen werden. Hannes Glasers Traum wäre ein Arbeiten mit langem Atem.
Ein Arbeiten, das sich im Laufe seines Fortgangs beständig korrigiert,
das für die von ihm hervorgerufenen Reaktionen ebenso offen wäre
wie ein Objektiv und stets weitere, neue Hypothesen einbezieht. Was er sich
wünscht ist eine gestreute und wandelbare Arbeit.
2. Rezipienten, die erfahren möchten wie er in den letzten Jahren geliebt
hat, oder wie es ihm verboten wurde - eine durchaus ernsthafte, wichtige und
schwierige Frage, werden wohl enttäuscht sein. Hannes Glaser will nicht
die Geschichte seiner sexuellen Verhaltensweisen in Bezug auf die heutige
Gesellschaft darstellen, sondern eine viel nüchternere und beschränktere
Frage behandeln - wie sind diese Verhaltensweisen zu Darstellungsobjekten
geworden. In welchen Techniken und Blickwinkeln hat sich der Erkenntnisbereich
organisiert. Es handelt sich hier um das Werden eines visuellen Wissens, das
er an seinen Wurzeln fassen möchten.
3. Er weiss, dass es unvorsichtig ist, gleichsam als Leuchtbombe eine Ausstellung
zu konzipieren, die ständig auf kommende Erfolge anspielt. Die Gefahr
ist gross, dass es den Anschein des Willkürlichen, Dogmatischen erweckt.
Seine Arbeiten mögen sich wie Behauptungen ausnehmen, die kurzen Prozess
machen (Mr. Quickie) und die vorgeschlagenen Lösungsversuche könnten
als eine neuer Gag missverstanden werden. So haben ihm hier Kunstkritiker,
die plötzlich zu den Segnungen des antirepressiven Kampfes bekehrt waren
(ohne, dass sie bislang grossen Eifer an den Tag gelegt hätten), vorgeworfen,
er leugnete, dass seine Sexualität unterdrückt worden sei.
4. Bei den Begriffen Kunst und Sex handelt es sich
um intensive, überladene, heisse Begriffe, die benachbarte
Themen leicht in den Schatten stellen. Darum möchte Hannes Glaser nterstreichen,
dass die Sexualität ihm als Methapher für ein allgemeines Problem
gilt, das er seit über 40 Jahren verfolgt und das ihn seit über
50 Jahren verfolgt. Es ist das Problem, das fast alle seine Arbeiten bestimmt.
(Francoise Michel)