(Südbahnhof, 325 x 125 cm, Print auf Leinen,
2002 ) —

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REkontextualisierung
Ein Bahnhof erfüllt zahlreiche Funktionen verkehrstechnischer, ökonomischer,
sozialer und politischer Art - und er ist frei zugänglich. Eine konkrete
Verortung eines Kunstwerks an diesem öffentlich, demokratisch gedachten
Ort, muss als Kontextualisierung passieren. Der Bahnhof selbst ist in seiner
vermeintlichen Durchorganisiertheit, ein Konglomerat an bunter Werbung, Baustellen,
Leitsystemen und unliebsamer Fauna, lässt das Gefühl von modernistischer
und brüchiger Wehmut aufkommen. Der Ort ist, gerade wegen seiner unfreiwilligen
Verweigerung zum streamline ein Ort voller Kunstverweise.
Das Archiv der Avantegardekunst, den Gedächtnisspeicher im Kopf, gleicht
eine Wanderung durch den Bahnhof einer Wanderung durch ein Museum zeitgenössischer
Kunst. Die Look-a-likes drängen sich förmlich auf, dort
ein Yves Klein, da eine Agnes Martin, usw.
Diese Rekontextualisierungen als Werbeplakat für ein fiktives Museum
im öffentlichen Raum umzudeuten, schien naheliegend. Realisiert wurden
diese Kunstverweise ebenfalls von einer fiktiven Künstlergruppe, die
sich aus Angestellten der Bahn zusammensetzt.