Geschüttet, ungerührt
Neue Arbeiten von Franziska Maderthaner
Galerie Exner, November 2007

In Anlehnung an James Bonds legendäre Wodka-Martini Bestellung serviert die "Agentin" Franziska Maderthaner kunstnomadische "Action" vor exklusiven Hintergründen und ständig wechselnden Referenzräumen. Sie selbst bleibt dabei völlig "ungerührt" und steigert somit die Spannung wenn sprichwörtlich unvorhersehbare Mächte die Szenerien zu fluten drohen. Denn flüssige Farbe wird auf die Leinwand "geschüttet" und bildet eine psychedelisch anmutende Oberfläche. Aus dieser wachsen fragmentierte Frauenfiguren samt von ihnen betrachteten oder sich befindlichen Kunstwerken.
Gegenstandliche Malerei meets Zufall.

Man wird an Caspar David Friedrichs romantische Rückendarstellungen genauso wie an performative Interaktionen im Kunstfeld erinnert. Die zitierten Kunstwerke sind dabei meist selbst schon ein Zitat und Verweis auf das Bedeutungssystem Kunst. So wie James Bond als popkulturelle Ikone in der ganzen Welt spielte und drehte, so ist die bildende Kunst heute ein Global Player geworden, die mit hohem Wiedererkennungseffekt in Dubai genauso wie in Stockholm aussieht. Der boomende Kunsttourismus ist Zeuge davon.

Ausstellungen, Kunsttourismus, Markt, Museen und Kunsthallen als Display... Kurzum: Realistische, also fiktive Situationen in transformierten Kunstwelten sind das Thema der neuen Arbeiten von Franziska Maderthaner.. Im Medium Malerei allerdings wird dieses kulturelle Phänomen neu interpretiert und wahrgenommen.