| TRANSGRESSION — WASSER & ÖL — PIKTORALER IMPULS — WHAT BECOMES A LEGEND MOST — INTERVIEW 1999 — REFLEXIONEN — RELAXATIONS — REMEMBER — REALITY CHECK | |||||||||
»ORGANISIERTES SELBSTBEWUSSTSEIN«
Renahtredam Aksiznarf im Gespräch mit Franziska
Maderthaner
Du hast auf diesem Bild gerade Firnis aufgetragen.
Sieht aus, als ob dir das ziemlichen Spaß bereiten würde?
Ja, da hast du recht. Mit dieser Aktion lege ich das letzte Mal Hand ans Bild,
bevor ich es in die Öffentlichkeit entlasse. Abgesehen davon ist wahrscheinlich
jeder Künstler froh, wenn er einen definitiven Abschluß, eine Arbeit
beendet hat. Gerade wenn die Arbeit nicht prozeßhaft ist, sondern wie
bei mir ein hohes Maß an Perfektion erreicht werden will, ist dieses
Auftragen des Abschlußfirnis aufregend. Alles wirkt, wie in Plastikfolie
verpackt, homogener und zugleich entrückter als ohne Firnis.
Du arbeitest scheinbar gerne aufwendig. Geschieht
das, um spontane Spuren zu vermeiden? Wo und wann passiert der kreative Akt,
das Chaotisch-Künstlerische in deiner Arbeit?
Vor der Malerei natürlich. Es ist so etwas wie eine Vereinigung seelischer
Haltungsformen. Leidenschaftliches Sich-Selbst-Verlieren bis zur völligen
Verwandlung des Eindrucks und zugleich kühle Distanz in der ordnenden
Betrachtung der Dinge. Konkret gesagt: Ich sitze dann vor einem Stoß
Bilder. Bilder, die ich, aus welchen Gründen auch immer, interessant
finde. Detailaufnahmen, schlechte Fotos, Lifestyle-Bilder, Bilder, die für
mich eine magische Komponente besitzen - ob das nun ein eigenartiger Lichtreflex
ist, ein sattgesehener Eindruck oder ein noch nie so gesehener...
Es ist wie ein Spiel. Du kannst dann im Prinzip alles miteinander kombinieren
und dazu eine Geschichte oder Komposition erfinden. Nur manche Kombinationen
funktionieren einfach besser, sind verwirrender, klüger, irrsinniger
oder extremer.
Es geht also darum, mittels Malerei einen Denkraum der Besonnenheit zu öffnen,
der, wie Aby Warburg sagt, dem Menschen möglicherweise seine Autonomie
spüren lassen kann.
In der Bilderflut der Massenmedien sind eben auch Bilder notwendig. Bilder,
die einerseits Distanz schaffen und andererseits berühren. Manchmal kommt
auch noch eine persönliche Befindlichkeit meinerseits dazu, die das Bild
dann quasi zu einem Gleichnis der eigenen Mythologie macht. Gut, also Bildelemente
auswählen, sie kombinieren, collagieren, das ist der eigentliche kreative
Akt. Wenn die Auswahl getroffen ist, wird das Ganze eingescannt und noch einmal
durch die Mangel des Photoshops gedreht. Das dient aber eigentlich nur der
Perfektionierung: Farbangleichungen, Proportionen verändern, Übergänge
retuschieren. Meistens sind das Eingriffe, die mit dem üblichen Umgang
mit Computergrafik kaum etwas zu tun haben. Das Endresultat ist dann ein Farblaserausdruck
dieser Art von Collage. Es fehlen die harten Kanten und Brüche der klassischen
Collage, es ist ein homogenisiertes zweidimensionales Gebilde.
Und das Malen? Wäre man zynisch, würde man
es "Malen nach Zahlen" nennen, oder? Passiert da noch etwas Unvorhergesehenes,
Spontanes?
Nein. Die mechanische Arbeit des Abmalens schließt alle bewußte
Wahl und Imagination aus. Alle Entscheidungen werden vorher getroffen, denn
das Maß an Konzentration bei meiner Maltechnik ist so groß, daß
ich mir nicht gleichzeitig über Proportion, Genauigkeit, Abstraktion,usw.Gedanken
machen kann. Es ist mir auch nicht möglich, zwischen diesen Denkmodi
hin- und herzuspringen. Das Malen ist in der rechten Gehirnhälfte beheimatet,
also eine ganzheitliche, sinnliche, komplexe und nicht lineare Tätigkeit.
Da kippe ich einfach hinein und schalte den logisch-rationalen, verbalen Teil
ab. Ich weiß also nicht, was ich tue. Insofern könnte man diese
Arbeit auch viel mehr in der Nähe des Informellen sehen als in der Nähe
des Realismus. Denn die mechanische Art des Machens wird ja so wie im Informel
von ihrer behaupteten psychisch-energetischen Quelle abgeschnitten.
Aber trotzdem ist das Was "Was soll ich malen?"
das Wesentliche, das Eigentliche und das Schwierigste. Mit dem Wie zu beginnen
ist leichtsinnig, aber legitim. Eine legitime avantgardistische Vorgangsweise.
Warum benutzt du diese realistische Technik, die doch keine wirkliche Tradition
hier hat? Warum thematisierst du Technik, Effekte und Inhalte auf einer Ebene,
anstatt die Materialität von Farbe auf Leinwand zu untersuchen?
Das Wie ist auch nicht so unwichtig. Man kann das Material und die Technik
zusammen mit dem Thema oder den psychischen Möglichkeiten ja in Hinblick
auf die Absicht nutzen. Das Wie ist auch wichtig in Hinblick auf die Präsenz,
die Realität, den Objektcharakter des Bildes. Wäre das Wie unwichtig,
könnte ich meine Arbeiten auch als große Computerdrucke oder Fotomontagen
produzieren. Tue ich aber nicht. Das sichtbar mit der Hand gemalte, greifbar
materiell hergestellte Bild hat eine enorme Wirklichkeit, die von keiner reproduzierenden
Technik geschaffen werden kann.
Aber du hast mich nach der Technik und den Themen gefragt. Es ist gestaltpsychologisch
erwiesen, daß realistische Malerei und Kunst für den Konsumenten
eine weitaus höhere Attraktivität besitzen als abstrakte, konzeptuelle
oder virtuelle Kunst. Warum also nicht ein Bekenntnis zur Attraktivität
propagieren?
Der Erfolg der Phantastischen Realisten in den sechziger Jahren beruhte ja
unter anderem auf diesem Phänomen: Themen, realistische Malweise, Buntheit
und zugleich Perfektion. Auch die Malerei der Pop Art rangiert unter dem Begriff
"attraktiv". Insofern wäre da doch eine österreichische
Tradition, an die man anknüpfen könnte, hätte sie sich weiterentwickelt.
Das hat sie aber nicht.
Und da hat sie sich auch eine große Chance vermasselt. Denn Kunst schafft
heute den Kitsch des Lebens. Darunter ist die Verheiratung von Cross-Culture
und Popkultur zu einer Romantik zu verstehen, die im Gegensatz zur historischen
Romantik keine Weltflucht kennt, was nur zu Dogmatismus und rigider Ethik
führt -, sondern möglichst viele Menschen an der Kultur teilhaben
lassen möchte; letztlich also eine Art Demokratisierung der Kunst. Wird
der phantastische Realismus mit dem Etikett "Kitsch" belegt, dann
sollte das als Anstoß genommen werden, die Weiterentwicklung dieses
Prozesses voranzutreiben.
Die wichtigste These dazu stammt von Jeff Koons: "Was
man als Kitsch erlebt, ist immer nur die eigene Vergangenheit."
Ja, die Kitsch-Kunst hat die Aufgabe, immer wieder zu entlarven, woher die
ästhetischen Werturteile des Menschen kommen. Die Aufgabe von Kitsch
besteht also immer darin auszuloten, wo die Grenzen der Toleranz sind, um
sie dann auszuweiten.
Eine weitere Anknüpfung zum phantastischen Realismus
sehe ich auch in der Entwicklung des Ekstase-Trends. Die Kunst wird in Zukunft
immer mehr zum Rauschmittel werden. Auf der Entdeckungsreise zum eigenen Unterbewußtsein
kann die Kunst dieses selbsterzeugte Erfundene, Unsagbare und Unsichtbare
sichtbar machen.
Der Künstler tritt in diesem Fall allerdings als Softwareentwickler von
phantastischen Cyberwelten in den Hintergrund, und der Konsument selbst wird
zum Kreativen. Dieses Konzept, das das Malergenie und den Künstler als
autarke Einzelfigur obsolet werden läßt, um ihre Aufgaben in der
Gesellschaft ganz neu zu formulieren, gefällt mir besonders gut. All
diese Faktoren - die Unmöglichkeit ästhetische Toleranzgrenzen zu
definieren, der Glaube ans Malergenie oder den autarken Künstler, die
Verweigerung den neuen Medien gegenüber und schlußendlich die Verachtung
jeglicher Avantgarde-Entwicklung haben die Phantastischen Realisten in diese
Position gebracht.
Auch Andy Warhol hatte ja anfangs realistisch gemalt, aber sein Berufsbild
war immer absolut offen für jede künstlerische und gesellschaftliche
Lebensform, und somit war er bis zu seinem Tod ein Avantgardekünstler.
Apropos Warhol. Der Factory-Idee kanst du dich ja
auch nicht so ganz entziehen. Du hast vor einigen Jahren eine Agentur für
angewandte Malerei gegründet - Art Work. Hat das funktioniert? Was ist
passiert?
Das Ganze entwickelte sich aus einer Aversion gegenüber dem Kunstmarkt.
Von beiden Seiten, nehme ich an. Die mochten mich nicht so besonders, weil
ich mit einem Künstler verheiratet war, den ich nicht standesgemäß
managte , weil ich zu goschert und zuwenig einordbar war. Die Spielregeln
nicht mitspielte, da ich sie gar nicht verstand, Strategien verweigerte, da
mich Synergien mehr interessierten. Und umgekehrt wiederum hatte ich die profane
Idee, mit meiner Arbeit Geld zu verdienen. Dabei wollte ich weder Galeristen
noch Kunstbüros oder sonstwem was abgeben. Also machte ich ein Art Kunstmanagement
-Ausbildung bei einer hervorragenden PR-Frau, bei der ich wirklich erstaunlich
viel lernte. Dinge, die man heute eigentlich auf jeder Kunstakademie vermittelt
bekommen sollte. Präsentieren, Medienarbeit, richtig Telefonieren, exaktes
Formulieren, Zielgruppen erkennen, effizientes Management... Gleichzeitig
produzierte ich diese Art Work- Folder und verschickte sie an Firmen und Medien.
Das mediale Interesse war groß. Ich verkaufte gut und dachte, das geht
jetzt immer so weiter. Und da ist mir dann halt das Übliche passiert
, der Karriereknick schlechthin. Ich wurde schwanger.
Hast du das eigentlich jemals thematisiert? Ist bei
dir eine Art Mary Kelly- Phänomen aufgetreten?
Interessanterweise schon vorher. Da habe ich ein sehr realistisches Selbstporträt
gemacht, auf dem ich zwei Kinder habe, eins steht neben mir, und eins halte
ich im Arm. Das war wohl so eine Art Testbild, um dieses Mutterimage zu visualisieren.
Während der Schwangerschaft entstand "Muttermund". Ein großes,
sehr erotisches Bild, das sich mit diesem Phänomen Bauch, Muttermundöffnung
und Hebammen beschäftigt. Meine ganze Vorstellung von Geburt war ja sehr
abstrakt , und insofern interessierte es mich von der physischen, formalen
Seite mehr als von der hormonellen.
Inwieweit beeinflußt dein Sohn dich jetzt? Hat er deine Sicht auf Dinge
verändert?
Das Legobild "real virtuality" hätte ich sicher nicht gemalt,
hätte ich kein Kind. Sein Spielzeug ist eine herrliche, bunte, kleine,
reale Künstlichkeit, Ersatzwelt. Als ich unlängst sein Lego aufräumte,
fing ich selber an damit zu spielen und mir mein Traumatelier samt emotionalem
Traumambiente zu bauen. Da gibt es Platz, und gleichzeitig ist da mein Sohn
und sein Vater, da gibt es Blumen, Bilder an den Wänden und Mami an der
Staffelei. Lego zwingt dich natürlich zu dieser vereinfachten Konstruktion
mit schablonenhaften, reduzierten Gegenständen und Menschen. Insofern
ist es in dieser reduzierten Künstlichkeit der Kunst sehr nahe, vor allem
wenn man wie in diesem Bild die klischeehaften Figuren und das traditionelle
Rollenbild der Puppen verändert.
Kinder haben außerdem eine herrlich surreale Welt in ihrem Kopf, die
ich jetzt durch meinen Sohn wieder entdecke. Aber das beste ist vielleicht,
daß sie alle deine Probleme relativieren, und das nur durch ihre bloße
Präsenz. Seine Art, Dinge zu sehen, erinnert mich in dieser losgelösten
Sehweise an das Sehen unter Einfluß von halluzinogenen Drogen. Losgelöst
von jeglicher Bedeutung, Geschichte oder selbst perspektivischer Wahrnehmung.
Ich spreche dich ungern darauf an, weil es ein heikles
Thema ist - aber trotzdem stelle ich fest, daß deine Bilder auch gewisse
psychedelische Elemente, Effekte oder Farben haben.
Du kannst mich ruhig darauf ansprechen. Das Thema Bewußtseinserweiterung
geht ja an keinem Künstler ganz spurlos vorbei. Man erzielt diese mittels
Drogen oder Meditation, Yoga oder sonstwas Entspannendem. Und das hat mich
natürlich interessiert. Die psychischen und physischen Erlebnisse dabei
sind in mir gespeichert und relativ leicht abrufbar. Wenn man dann das ganze
Umfeld von psychedelischen Erfahrungen studiert, Huxley oder Timothy Leary
liest,viel Musik aus den Sechzigern und frühen Siebzigern hört,
dann verdichten sich diese unterschiedlichen Äußerungen zu einem
komplexen Lebensgefühl. Man empfindet sein Tun als authentischer. Jetzt
kommt sicher gleich dein Vorwurf, daß wir doch immerhin dreißig
Jahre nach den Sixties leben.
Ja, diesen Vorwurf kann ich dir nicht ersparen. Ist
das überhaupt legitim? Oder ist das kalkulierter Retrostil? Wo knüpfst
du an die Gegenwart an?
Kalkulierter Retrostil ist fixer Bestandteil der Popkultur. Aber das ist das
Phänomen Pop: Alles kehrt immer wieder, und die Retrostile folgen immer
schneller aufeinander. Schau dich doch nur um, junge Musiker wie Beck, Cake
oder Blur machen Siebziger-Jahre-Pop Musik, sogar mit eingebauten Kratzgeräuschen
wie von alten Langspielplatten. Dazu gibt´s Plateauschuhe, weite Hosen,
Blumenhemden, und hätten wir nicht CDs, Computer oder Handy könnte
man glauben, wir leben das Jahr 1972 zum zweiten Mal. Ich halte es da mit
Marx: In der Geschichte passiert alles zweimal, einmal als Tragödie und
einmal als Farce. Wir haben jetzt die Farce. Von manchen Menschen wird das
Ganze aber das erste Mal erlebt und die haben ihre Farce dann in ein paar
Jahren.
Die Anknüpfung an die Gegenwart findet in meiner Arbeit durch folgende
Tatsachen statt: Ich verwende nur aktuelles Bildmaterial, ich erarbeite die
Bilder mittels Computer, und mein Berufsbild als Künstlerin ist in keinster
Weise esoterisch, therapeutisch oder feministisch, wie es 1972 vielleicht
der Fall gewesen ist, sondern es ist ein mehr oder weniger professionelles
Unternehmertum. Fem-Trash (© Jutta Köther) statt der alten Frauenbetulichkeiten
als Arbeitsweise, das System benutzen, statt es verantwortlich zu machen,
als politisches Bewußtsein und Strategien der Bejahung statt Anklage
als geistiges Erlebnis.
Der Mythos "Künstler" hier in Österreich beinhaltet ja
noch die Illusion vom autarken, genialen Einzelkünstler, meist wortkarg
oder kryptisch in seinen Aussagen. Ist deine Vorstellung vom Berufsbild Künstler
nicht allzu pragmatisch und entmystifizierend?
So soll es auch sein. Ich glaube an Professionalität , und die beginnt
eigentlich schon während des Studiums. Natürlich muß man die
Spielregeln des Kunstbetriebs kennen, und natürlich sind die kontemplativen
Mußestunden in Hinblick auf den kreativen Output wichtig, aber daneben
fehlt mir das organisierte Selbstbewußtsein bei gleichzeitiger Bescheidenheit.
Ganz schöner Widerspruch. Was bedeutet das? Was sind die Eigenschaften
und Erkenntnisse, die ein moderner Künstler heute vorweisen sollte?
Als Kulturproduzent, egal, ob dabei interaktive Ereignisse oder Projekte,
Bilder, Skulpturen oder sonstwelche Spuren erzeugt werden, muß man in
dem Bewußtsein leben, daß man diese Tätigkeit für andere
Menschen macht und will, daß es ihnen gefällt. Oder wie es Lois
Renner unlängst formulierte: "Wäre ich allein auf der Welt,
würde ich keine Bilder machen." Hier Produzent, da Kunde oder Rezipient.
Diese Erkenntnis verlangt eine spezielle Einstellung, da man den Kunden ja
offensichtlich gewinnen will. Selbst die noch so gesellschaftskritischen künstlerischen
Modelle haben ihren Markt, alles andere wäre Verweigerung, und das hieße
dann logischerweise: null Produktion. Organisiertes Selbstbewußtsein
steht ganz einfach für bestimmte menschliche, unternehmerische und zukunftsweisende
Handlungsformen.
Dabei ist es wichtig, wie hoch deine soziale Kompetenz ist, deine Fähigkeit
zu Synergien, Sozialisation, Kommunikation, Unkonventionalität, Offenheit
für Kritik und Vertrauen. Mir persönlich erscheint es sehr wichtig,
die eigene Arbeit verbalisieren und präsentieren zu können, in komplexeren
Dimensionen zu produzieren und die Spielregeln permanent zu hinterfragen.
Angstfrei, fröhlich und offen ein "Management by love" zu betreiben.
Den Kunden interessieren dein Leiden oder deine Jammereien nicht. Der Kunde,
so wie jeder Mensch, interessiert sich primär für sein eigenes Ego
und seine eigene Zukunft. Kunst als Analyse der Wirklichkeit durch Teilnahme
an ihr versteht sich als eine Art Kommentar. Als praktische Philosophie, die
der eigenen philosophischen Begriffssuche vielleicht einen Schritt voraus
ist. Auch wenn sich Kunst heute in ihrem Erscheinungsbild nicht mehr klar
abgrenzen läßt. Mode, Werbung, Musik - die ganze Crossover-Kultur
ist ja im wesentlichen Kunst und umgekehrt. Aber wenn der Konsument deine
Idee liebt, weil sie ihm diese Hoffnung auf Erkenntnis gibt, dann ist das
Spiel gewonnen.
»ORGANISIERTES SELBSTBEWUSSTSEIN«
Renahtredam Aksiznarf im Gespräch mit Franziska
Maderthaner
Du hast auf diesem Bild gerade Firnis aufgetragen.
Sieht aus, als ob dir das ziemlichen Spaß bereiten würde?
Ja, da hast du recht. Mit dieser Aktion lege ich das letzte Mal Hand ans Bild,
bevor ich es in die Öffentlichkeit entlasse. Abgesehen davon ist wahrscheinlich
jeder Künstler froh, wenn er einen definitiven Abschluß, eine Arbeit
beendet hat. Gerade wenn die Arbeit nicht prozeßhaft ist, sondern wie
bei mir ein hohes Maß an Perfektion erreicht werden will, ist dieses
Auftragen des Abschlußfirnis aufregend. Alles wirkt, wie in Plastikfolie
verpackt, homogener und zugleich entrückter als ohne Firnis.
Du arbeitest scheinbar gerne aufwendig. Geschieht
das, um spontane Spuren zu vermeiden? Wo und wann passiert der kreative Akt,
das Chaotisch-Künstlerische in deiner Arbeit?
Vor der Malerei natürlich. Es ist so etwas wie eine Vereinigung seelischer
Haltungsformen. Leidenschaftliches Sich-Selbst-Verlieren bis zur völligen
Verwandlung des Eindrucks und zugleich kühle Distanz in der ordnenden
Betrachtung der Dinge. Konkret gesagt: Ich sitze dann vor einem Stoß
Bilder. Bilder, die ich, aus welchen Gründen auch immer, interessant
finde. Detailaufnahmen, schlechte Fotos, Lifestyle-Bilder, Bilder, die für
mich eine magische Komponente besitzen - ob das nun ein eigenartiger Lichtreflex
ist, ein sattgesehener Eindruck oder ein noch nie so gesehener...
Es ist wie ein Spiel. Du kannst dann im Prinzip alles miteinander kombinieren
und dazu eine Geschichte oder Komposition erfinden. Nur manche Kombinationen
funktioni?
???eeren einfach besser, sind verwirrender, klüger, irrsinniger
oder extremer.
Es geht also darum, mittels Malerei einen Denkraum der Besonnenheit zu öffnen,
der, wie Aby Warburg sagt, dem Menschen möglicherweise seine Autonomie
spüren lassen kann.
In der Bilderflut der Massenmedien sind eben auch Bilder notwendig. Bilder,
die einerseits Distanz schaffen und andererseits berühren. Manchmal kommt
auch noch eine persönliche Befindlichkeit meinerseits dazu, die das Bild
dann quasi zu einem Gleichnis der eigenen Mythologie macht. Gut, also Bildelemente
auswählen, sie kombinieren, collagieren, das ist der eigentliche kreative
Akt. Wenn die Auswahl getroffen ist, wird das Ganze eingescannt und noch einmal
durch die Mangel des Photoshops gedreht. Das dient aber eigentlich nur der
Perfektionierung: Farbangleichungen, Proportionen verändern, Übergänge
retuschieren. Meistens sind das Eingriffe, die mit dem üblichen Umgang
mit Computergrafik kaum etwas zu tun haben. Das Endresultat ist dann ein Farblaserausdruck
dieser Art von Collage. Es fehlen die harten Kanten und Brüche der klassischen
Collage, es ist ein homogenisiertes zweidimensionales Gebilde.
Und das Malen? Wäre man zynisch, würde man
es "Malen nach Zahlen" nennen, oder? Passiert da noch etwas Unvorhergesehenes,
Spontanes?
Nein. Die mechanische Arbeit des Abmalens schließt alle bewußte
Wahl und Imagination aus. Alle Entscheidungen werden vorher getroffen, denn
das Maß an Konzentration bei meiner Maltechnik ist so groß, daß
ich mir nicht gleichzeitig über Proportion, Genauigkeit, Abstraktion,usw.Gedanken
machen kann. Es ist mir auch nicht möglich, zwischen diesen Denkmodi
hin- und herzuspring?
???een. Das Malen ist in der rechten Gehirnhälfte beheimatet,
also eine ganzheitliche, sinnliche, komplexe und nicht lineare Tätigkeit.
Da kippe ich einfach hinein und schalte den logisch-rationalen, verbalen Teil
ab. Ich weiß also nicht, was ich tue. Insofern könnte man diese
Arbeit auch viel mehr in der Nähe des Informellen sehen als in der Nähe
des Realismus. Denn die mechanische Art des Machens wird ja so wie im Informel
von ihrer behaupteten psychisch-energetischen Quelle abgeschnitten.
Aber trotzdem ist das Was "Was soll ich malen?"
das Wesentliche, das Eigentliche und das Schwierigste. Mit dem Wie zu beginnen
ist leichtsinnig, aber legitim. Eine legitime avantgardistische Vorgangsweise.
Warum benutzt du diese realistische Technik, die doch keine wirkliche Tradition
hier hat? Warum thematisierst du Technik, Effekte und Inhalte auf einer Ebene,
anstatt die Materialität von Farbe auf Leinwand zu untersuchen?
Das Wie ist auch nicht so unwichtig. Man kann das Material und die Technik
zusammen mit dem Thema oder den psychischen Möglichkeiten ja in Hinblick
auf die Absicht nutzen. Das Wie ist auch wichtig in Hinblick auf die Präsenz,
die Realität, den Objektcharakter des Bildes. Wäre das Wie unwichtig,
könnte ich meine Arbeiten auch als große Computerdrucke oder Fotomontagen
produzieren. Tue ich aber nicht. Das sichtbar mit der Hand gemalte, greifbar
materiell hergestellte Bild hat eine enorme Wirklichkeit, die von keiner reproduzierenden
Technik geschaffen werden kann.
Aber du hast mich nach der Technik und den Themen gefragt. Es ist gestaltpsychologisch
erwiesen, daß realistische Malerei und Kunst für den Konsumenten
eine weitaus höhere Attraktivität besitzen als abstrakte, konzeptuelle
oder virtuelle Kunst. Warum als?
???eo nicht ein Bekenntnis zur Attraktivität
propagieren?
Der Erfolg der Phantastischen Realisten in den sechziger Jahren beruhte ja
unter anderem auf diesem Phänomen: Themen, realistische Malweise, Buntheit
und zugleich Perfektion. Auch die Malerei der Pop Art rangiert unter dem Begriff
"attraktiv". Insofern wäre da doch eine österreichische
Tradition, an die man anknüpfen könnte, hätte sie sich weiterentwickelt.
Das hat sie aber nicht.
Und da hat sie sich auch eine große Chance vermasselt. Denn Kunst schafft
heute den Kitsch des Lebens. Darunter ist die Verheiratung von Cross-Culture
und Popkultur zu einer Romantik zu verstehen, die im Gegensatz zur historischen
Romantik keine Weltflucht kennt, was nur zu Dogmatismus und rigider Ethik
führt -, sondern möglichst viele Menschen an der Kultur teilhaben
lassen möchte; letztlich also eine Art Demokratisierung der Kunst. Wird
der phantastische Realismus mit dem Etikett "Kitsch" belegt, dann
sollte das als Anstoß genommen werden, die Weiterentwicklung dieses
Prozesses voranzutreiben.
Die wichtigste These dazu stammt von Jeff Koons: "Was
man als Kitsch erlebt, ist immer nur die eigene Vergangenheit."
Ja, die Kitsch-Kunst hat die Aufgabe, immer wieder zu entlarven, woher die
ästhetischen Werturteile des Menschen kommen. Die Aufgabe von Kitsch
besteht also immer darin auszuloten, wo die Grenzen der Toleranz sind, um
sie dann auszuweiten.
Eine weitere Anknüpfung zum phantastischen Realismus
sehe ich auch in der Entwicklung des Ekstase-Trends. Die Kunst wird in Zukunft
immer mehr zum Rauschmittel werden. Auf der Entdeckungsreise zum eigenen Unterbewußtsein
kann d?
???eie Kunst dieses selbsterzeugte Erfundene, Unsagbare und Unsichtbare
sichtbar machen.
Der Künstler tritt in diesem Fall allerdings als Softwareentwickler von
phantastischen Cyberwelten in den Hintergrund, und der Konsument selbst wird
zum Kreativen. Dieses Konzept, das das Malergenie und den Künstler als
autarke Einzelfigur obsolet werden läßt, um ihre Aufgaben in der
Gesellschaft ganz neu zu formulieren, gefällt mir besonders gut. All
diese Faktoren - die Unmöglichkeit ästhetische Toleranzgrenzen zu
definieren, der Glaube ans Malergenie oder den autarken Künstler, die
Verweigerung den neuen Medien gegenüber und schlußendlich die Verachtung
jeglicher Avantgarde-Entwicklung haben die Phantastischen Realisten in diese
Position gebracht.
Auch Andy Warhol hatte ja anfangs realistisch gemalt, aber sein Berufsbild
war immer absolut offen für jede künstlerische und gesellschaftliche
Lebensform, und somit war er bis zu seinem Tod ein Avantgardekünstler.
Apropos Warhol. Der Factory-Idee kanst du dich ja
auch nicht so ganz entziehen. Du hast vor einigen Jahren eine Agentur für
angewandte Malerei gegründet - Art Work. Hat das funktioniert? Was ist
passiert?
Das Ganze entwickelte sich aus einer Aversion gegenüber dem Kunstmarkt.
Von beiden Seiten, nehme ich an. Die mochten mich nicht so besonders, weil
ich mit einem Künstler verheiratet war, den ich nicht standesgemäß
managte , weil ich zu goschert und zuwenig einordbar war. Die Spielregeln
nicht mitspielte, da ich sie gar nicht verstand, Strategien verweigerte, da
mich Synergien mehr interessierten. Und umgekehrt wiederum hatte ich die profane
Idee, mit meiner Arbeit Geld zu verdienen. Dabei wollte ich weder Galeristen
noch Kunstbüros?
???e oder sonstwem was abgeben. Also machte ich ein Art Kunstmanagement
-Ausbildung bei einer hervorragenden PR-Frau, bei der ich wirklich erstaunlich
viel lernte. Dinge, die man heute eigentlich auf jeder Kunstakademie vermittelt
bekommen sollte. Präsentieren, Medienarbeit, richtig Telefonieren, exaktes
Formulieren, Zielgruppen erkennen, effizientes Management... Gleichzeitig
produzierte ich diese Art Work- Folder und verschickte sie an Firmen und Medien.
Das mediale Interesse war groß. Ich verkaufte gut und dachte, das geht
jetzt immer so weiter. Und da ist mir dann halt das Übliche passiert
, der Karriereknick schlechthin. Ich wurde schwanger.
Hast du das eigentlich jemals thematisiert? Ist bei
dir eine Art Mary Kelly- Phänomen aufgetreten?
Interessanterweise schon vorher. Da habe ich ein sehr realistisches Selbstporträt
gemacht, auf dem ich zwei Kinder habe, eins steht neben mir, und eins halte
ich im Arm. Das war wohl so eine Art Testbild, um dieses Mutterimage zu visualisieren.
Während der Schwangerschaft entstand "Muttermund". Ein großes,
sehr erotisches Bild, das sich mit diesem Phänomen Bauch, Muttermundöffnung
und Hebammen beschäftigt. Meine ganze Vorstellung von Geburt war ja sehr
abstrakt , und insofern interessierte es mich von der physischen, formalen
Seite mehr als von der hormonellen.
Inwieweit beeinflußt dein Sohn dich jetzt? Hat er deine Sicht auf Dinge
verändert?
Das Legobild "real virtuality" hätte ich sicher nicht gemalt,
hätte ich kein Kind. Sein Spielzeug ist eine herrliche, bunte, kleine,
reale Künstlichkeit, Ersatzwelt. Als ich unlängst sein Lego aufräumte,
fing ich selber an damit zu spielen und mir mein Traumatelier samt emotiona?
???elem
Traumambiente zu bauen. Da gibt es Platz, und gleichzeitig ist da mein Sohn
und sein Vater, da gibt es Blumen, Bilder an den Wänden und Mami an der
Staffelei. Lego zwingt dich natürlich zu dieser vereinfachten Konstruktion
mit schablonenhaften, reduzierten Gegenständen und Menschen. Insofern
ist es in dieser reduzierten Künstlichkeit der Kunst sehr nahe, vor allem
wenn man wie in diesem Bild die klischeehaften Figuren und das traditionelle
Rollenbild der Puppen verändert.
Kinder haben außerdem eine herrlich surreale Welt in ihrem Kopf, die
ich jetzt durch meinen Sohn wieder entdecke. Aber das beste ist vielleicht,
daß sie alle deine Probleme relativieren, und das nur durch ihre bloße
Präsenz. Seine Art, Dinge zu sehen, erinnert mich in dieser losgelösten
Sehweise an das Sehen unter Einfluß von halluzinogenen Drogen. Losgelöst
von jeglicher Bedeutung, Geschichte oder selbst perspektivischer Wahrnehmung.
Ich spreche dich ungern darauf an, weil es ein heikles
Thema ist - aber trotzdem stelle ich fest, daß deine Bilder auch gewisse
psychedelische Elemente, Effekte oder Farben haben.
Du kannst mich ruhig darauf ansprechen. Das Thema Bewußtseinserweiterung
geht ja an keinem Künstler ganz spurlos vorbei. Man erzielt diese mittels
Drogen oder Meditation, Yoga oder sonstwas Entspannendem. Und das hat mich
natürlich interessiert. Die psychischen und physischen Erlebnisse dabei
sind in mir gespeichert und relativ leicht abrufbar. Wenn man dann das ganze
Umfeld von psychedelischen Erfahrungen studiert, Huxley oder Timothy Leary
liest,viel Musik aus den Sechzigern und frühen Siebzigern hört,
dann verdichten sich diese unterschiedlichen Äußerungen zu einem
komplexen Lebensgefühl. Man empfindet sein Tun als?
???e authentischer. Jetzt
kommt sicher gleich dein Vorwurf, daß wir doch immerhin dreißig
Jahre nach den Sixties leben.
Ja, diesen Vorwurf kann ich dir nicht ersparen. Ist
das überhaupt legitim? Oder ist das kalkulierter Retrostil? Wo knüpfst
du an die Gegenwart an?
Kalkulierter Retrostil ist fixer Bestandteil der Popkultur. Aber das ist das
Phänomen Pop: Alles kehrt immer wieder, und die Retrostile folgen immer
schneller aufeinander. Schau dich doch nur um, junge Musiker wie Beck, Cake
oder Blur machen Siebziger-Jahre-Pop Musik, sogar mit eingebauten Kratzgeräuschen
wie von alten Langspielplatten. Dazu gibt´s Plateauschuhe, weite Hosen,
Blumenhemden, und hätten wir nicht CDs, Computer oder Handy könnte
man glauben, wir leben das Jahr 1972 zum zweiten Mal. Ich halte es da mit
Marx: In der Geschichte passiert alles zweimal, einmal als Tragödie und
einmal als Farce. Wir haben jetzt die Farce. Von manchen Menschen wird das
Ganze aber das erste Mal erlebt und die haben ihre Farce dann in ein paar
Jahren.
Die Anknüpfung an die Gegenwart findet in meiner Arbeit durch folgende
Tatsachen statt: Ich verwende nur aktuelles Bildmaterial, ich erarbeite die
Bilder mittels Computer, und mein Berufsbild als Künstlerin ist in keinster
Weise esoterisch, therapeutisch oder feministisch, wie es 1972 vielleicht
der Fall gewesen ist, sondern es ist ein mehr oder weniger professionelles
Unternehmertum. Fem-Trash (© Jutta Köther) statt der alten Frauenbetulichkeiten
als Arbeitsweise, das System benutzen, statt es verantwortlich zu machen,
als politisches Bewußtsein und Strategien der Bejahung statt Anklage
als geistiges Erlebnis.
Der Mythos "Künstler" hier in Österreich beinhaltet ja
noc?
???eh die Illusion vom autarken, genialen Einzelkünstler, meist wortkarg
oder kryptisch in seinen Aussagen. Ist deine Vorstellung vom Berufsbild Künstler
nicht allzu pragmatisch und entmystifizierend?
So soll es auch sein. Ich glaube an Professionalität , und die beginnt
eigentlich schon während des Studiums. Natürlich muß man die
Spielregeln des Kunstbetriebs kennen, und natürlich sind die kontemplativen
Mußestunden in Hinblick auf den kreativen Output wichtig, aber daneben
fehlt mir das organisierte Selbstbewußtsein bei gleichzeitiger Bescheidenheit.
Ganz schöner Widerspruch. Was bedeutet das? Was sind die Eigenschaften
und Erkenntnisse, die ein moderner Künstler heute vorweisen sollte?
Als Kulturproduzent, egal, ob dabei interaktive Ereignisse oder Projekte,
Bilder, Skulpturen oder sonstwelche Spuren erzeugt werden, muß man in
dem Bewußtsein leben, daß man diese Tätigkeit für andere
Menschen macht und will, daß es ihnen gefällt. Oder wie es Lois
Renner unlängst formulierte: "Wäre ich allein auf der Welt,
würde ich keine Bilder machen." Hier Produzent, da Kunde oder Rezipient.
Diese Erkenntnis verlangt eine spezielle Einstellung, da man den Kunden ja
offensichtlich gewinnen will. Selbst die noch so gesellschaftskritischen künstlerischen
Modelle haben ihren Markt, alles andere wäre Verweigerung, und das hieße
dann logischerweise: null Produktion. Organisiertes Selbstbewußtsein
steht ganz einfach für bestimmte menschliche, unternehmerische und zukunftsweisende
Handlungsformen.
Dabei ist es wichtig, wie hoch deine soziale Kompetenz ist, deine Fähigkeit
zu Synergien, Sozialisation, Kommunikation, Unkonventionalität, Offenheit
für Kritik u?
???end Vertrauen. Mir persönlich erscheint es sehr wichtig,
die eigene Arbeit verbalisieren und präsentieren zu können, in komplexeren
Dimensionen zu produzieren und die Spielregeln permanent zu hinterfragen.
Angstfrei, fröhlich und offen ein "Management by love" zu betreiben.
Den Kunden interessieren dein Leiden oder deine Jammereien nicht. Der Kunde,
so wie jeder Mensch, interessiert sich primär für sein eigenes Ego
und seine eigene Zukunft. Kunst als Analyse der Wirklichkeit durch Teilnahme
an ihr versteht sich als eine Art Kommentar. Als praktische Philosophie, die
der eigenen philosophischen Begriffssuche vielleicht einen Schritt voraus
ist. Auch wenn sich Kunst heute in ihrem Erscheinungsbild nicht mehr klar
abgrenzen läßt. Mode, Werbung, Musik - die ganze Crossover-Kultur
ist ja im wesentlichen Kunst und umgekehrt. Aber wenn der Konsument deine
Idee liebt, weil sie ihm diese Hoffnung auf Erkenntnis gibt, dann ist das
Spiel gewonnen.