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Als
Lou ihn im Juni 1911 noch ein letztes Mal in Berlin besuchte, fand zur gleichen
Zeit in Herwarth Waldens Galerie "Der Sturm" eine Ausstellung mit
OK, Klee, Kandinsky und Franz Marc statt. Es kam zum dramatischen Eklat mit
OK und der definitiven Trennung. Lou sollte OK nie wiedesehen. Doch an diesem
Abend in Berlin lernte sie den Münchner Expressionisten Franz Marc kennen.
Der fast zehn Jahre ältere Maler war Mitglied der deutschen Künstlergruppe
"Der Blaue Reiter". Franz Marc war schlank, groß, humorvoll
und Kettenraucher. Ihre Beziehung war von Anfang an so selbstverständlich,
dass Lou im Jänner 1912 von Wien nach München zog, um mit Marc zusammenzuleben.
Bei Kriegsausbruch meldete sich Marc freiwillig zum Fronteinsatz. Auch er empfand
Lous künstlerischen Werdegang und ihre beginnenden Erfolge als Malerin
als problematisch für ihre gemeinsame Beziehung. Seine Reaktion war zwar
nicht so emotional und definitiv wie bei OK, aber der Kriegsausbruch war für
ihn eine Möglichkeit, sich zu distanzieren. Lou blieb weiterhin in München
und die seltenen Besuche Marcs wurden zu traurigen und intensiven Momenten.
Am 4. März 1916 wurde Marc bei einem Erkundungsritt vor Verdun von einem
Granateinschlag tödlich getroffen. Lou geriet in eine schwere Krise. Dada
wurde für sie, eingebettet im Zentrum des Berliner Dadaismus und den permanten
Diskussionen Hausmanns und Baader, zur Geisteshaltung, die sie ein Leben lang
nicht mehr ablegte.
Nach
der Organisation der Franz Marc Gedächtnisausstellung in der Münchner
Neuen Sezession beschloss sie, München zu verlassen, und ging nach Berlin.
Dort fand sie bald Anschluß an die Berliner Dada-Gruppe um Raoul Hausmann,
Hannah Höch, Johannes Baader und John Heartfield. Mit der gleichaltrigen
Hannah Höch verband sie eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam entstanden viele
Collagen und Bilder. Die Geschichte der Lou Rosenblatt (Teil
2)
Loos verschaffte Kokoschka Portraitaufträge in der Schweiz, wohin ihn
Lou begleitete. Ihr Einfluss auf seine Malerei ist unumstritten. Was man später
"psychologische Portraits" nannte, war hauptsächlich ihr zuzuschreiben.
Als OK 1910 für ein Jahr nach Berlin ging, folgte ihm Lou zuerst, doch
die Konkurrenzsituation wurde für beide unerträglich. OK empfand
Lou neben sich als störend und irritierend in seinem Selbstverständnis
von Authentizität
Als
Lou ihn im Juni 1911 noch ein letztes Mal in Berlin besuchte, fand zur gleichen
Zeit in Herwarth Waldens Galerie "Der Sturm" eine Ausstellung mit
OK, Klee, Kandinsky und Franz Marc statt. Es kam zum dramatischen Eklat mit
OK und der definitiven Trennung. Lou sollte OK nie wiedesehen. Doch an diesem
Abend in Berlin lernte sie den Münchner Expressionisten Franz Marc kennen.
Der fast zehn Jahre ältere Maler war Mitglied der deutschen Künstlergruppe
"Der Blaue Reiter". Franz Marc war schlank, groß, humorvoll
und Kettenraucher. Ihre Beziehung war von Anfang an so selbstverständlich,
dass Lou im Jänner 1912 von Wien nach München zog, um mit Marc zusammenzuleben.
Sie lernte den, ebenfalls in München lebenden Wassily Kandinsky kennen,
dem sie ihr im Winter 1908/1909 entstandenes Manuskript "Über Geist
und Kunst" zeigte. 1912 erschien im Münchner Piper Verlag Kandinskys
"Über das Geistige in der Kunst". Inwieweit WK sich aus Lous
Manuskript "bedient" hatte, ist unklar. Das Manuskript ging verloren
und alle Recherchen basieren auf Tagbuchnotizen Franz Marcs. Demzufolge kam
es zwischen Lou Rosenblatt und Kandinsky zu schweren Zerwürfnissen
Die Liebe zu Franz Marc war trotzdem ungetrübt. Lous Bilder aus dieser
Zeit zeigten allerdings schon früher als bei ihm Einflüsse von futuristischen
Formen. Reine Töne, starke Kontraste und prismatische Formen bestimmten
die Malerei. Eine Parisreise im Herbst 1912 und der Besuch Delaunays brachte
auch für Marc die stilistische Wende. 1913 stellte Lou erstmals mit Gabriele
Münter und August Macke in der Galerie Thannhauser in München aus.
1914 plante sie zusammen mit Marc, Klee und Heckel eine moderne Illustration
der Bibel.
Bei Kriegsausbruch meldete sich Marc freiwillig zum Fronteinsatz. Auch er
empfand Lous künstlerischen Werdegang und ihre beginnenden Erfolge als
Malerin als problematisch für ihre gemeinsame Beziehung. Seine Reaktion
war zwar nicht so emotional und definitiv wie bei OK, aber der Kriegsausbruch
war für ihn eine Möglichkeit, sich zu distanzieren. Lou blieb weiterhin
in München und die seltenen Besuche Marcs wurden zu traurigen und intensiven
Momenten. Am 4. März 1916 wurde Marc bei einem Erkundungsritt vor Verdun
von einem Granateinschlag tödlich getroffen. Lou geriet in eine schwere
Krise. Dada wurde für sie, eingebettet im Zentrum des Berliner Dadaismus
und den permanten Diskussionen Hausmanns und Baader, zur Geisteshaltung, die
sie ein Leben lang nicht mehr ablegte.
Nach
der Organisation der Franz Marc Gedächtnisausstellung in der Münchner
Neuen Sezession beschloss sie, München zu verlassen, und ging nach Berlin.
Dort fand sie bald Anschluß an die Berliner Dada-Gruppe um Raoul Hausmann,
Hannah Höch, Johannes Baader und John Heartfield. Mit der gleichaltrigen
Hannah Höch verband sie eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam entstanden
viele Collagen und Bilder.