| 1989 bis 1910 1911 bis 1918 1919 bis 1924 1925 bis 1970 | |||||||
Johannes
Baader, der Radikalste unter den deutschen Dadaisten, bemühte sich intensiv
um Lou. Der dreizehn Jahre ältere Architekt war ein scharfsinniger Monomane
und eine hochintellektuelle Persönlichkeit. Ein Jahr später hatte
er Erfolg. 1919 heirateten Johannes Baader und Lou Rosenblatt. Lou Rosenblatts
Rolle in der Berliner Dadabewegung ist eine politische und aktivistische. Die
Greuel des 1. Weltkriegs hatten ihr die Augen geöffnet und sie wurde Mitherausgeberin
der von Baader gegründeten Zeitschrift "Die freie Strasse", wie
auch Verfasserin diverser Manifeste, Texte und Plakatgedichte.
Ihre
Kontakte zu den Pariser Surrealisten waren aus 2 Gründen wichtig:

Zusammen
mit Picabia, Miro und Man Ray stellte Lou Rosenblatt in Paris aus. In ihren
ironischen Bilder verband sie provokative Dadaelemente genauso wie eine lyrische,
antiformalistische Bildsprache und diverse Zitate aus der Kunstgeschichte. 1924
ließ sie sich von Johannes Baader scheiden. Sein zunehmender Alkoholimus
und Wahnsinn, das Festhalten an seiner gesellschaftlichen Antihaltung empfand
sie als Blockade für ihre Entwicklung. Die Geschichte der Lou Rosenblatt (Teil
3)
Johannes
Baader, der Radikalste unter den deutschen Dadaisten, bemühte sich intensiv
um Lou. Der dreizehn Jahre ältere Architekt war ein scharfsinniger Monomane
und eine hochintellektuelle Persönlichkeit. Ein Jahr später hatte
er Erfolg. 1919 heirateten Johannes Baader und Lou Rosenblatt. Lou Rosenblatts
Rolle in der Berliner Dadabewegung ist eine politische und aktivistische.
Die Greuel des 1. Weltkriegs hatten ihr die Augen geöffnet und sie wurde
Mitherausgeberin der von Baader gegründeten Zeitschrift "Die freie
Strasse", wie auch Verfasserin diverser Manifeste, Texte und Plakatgedichte.
Die Freundschaft mit Sonja Delaunay führte zu zahlreichen Reisen nach
Paris. Dort konnte sie kurzzeitig Abstand zur explosiven Berliner Szene gewinnen.
Ihre
Kontakte zu den Pariser Surrealisten waren aus 2 Gründen wichtig:
Lou hatte als eine der wenigen Künstler eine genaue und klare Vorstellung
von den psychoanalytischen Forschungen Sigmund Freuds einer wesentlichen
Quelle des surrealen Denkens; und weiters entstand bei Lou ab 1921 eine Ermüdung
hinsichtlich der dadaistischen Provokationen. Als logische Fortsetzung erschien
ihr das Denken der Gruppe um André Breton, Louis Aragon und Philippe
Soupault. 
Sie wurde ein gerngesehener Gast in dieser Runde und beeinflusste Breton intensiv
bei der Entstehung des surrealistischen Manifestes. Dies erwähnte Breton
in Briefen an Tristan Tzara auch immer wieder:
"Lous Zugang zum Traum und Unbewußten, der ihr einen Durchbruch
zur bewußten Verfügbarkeit ermöglicht, ihre antikonformistische
Lebenshaltung und ihre impulsive, freie Äußerung sind die Personifikation
einer alogisch-synthetischen Kunstproblematik. Ihre Fähigkeit die künstlerische
Blickrichtung auf das innere Modell der seelischen Konfliktsituationen zu
konzentrieren, sind einzigartig." (1923)
Zusammen
mit Picabia, Miro und Man Ray stellte Lou Rosenblatt in Paris aus. In ihren
ironischen Bilder verband sie provokative Dadaelemente genauso wie eine lyrische,
antiformalistische Bildsprache und diverse Zitate aus der Kunstgeschichte.
1924 ließ sie sich von Johannes Baader scheiden. Sein zunehmender Alkoholimus
und Wahnsinn, das Festhalten an seiner gesellschaftlichen Antihaltung empfand
sie als Blockade für ihre Entwicklung.