{"id":2478,"date":"2016-02-16T20:11:16","date_gmt":"2016-02-16T19:11:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maderthaner.cc\/?page_id=2478"},"modified":"2016-02-29T17:58:45","modified_gmt":"2016-02-29T16:58:45","slug":"die-geschichte-der-lou-rosenblatt-1911-bis-1918","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/projects\/die-geschichte-der-lou-rosenblatt-1911-bis-1918\/","title":{"rendered":"Die Geschichte der Lou Rosenblatt (Teil 2: 1911 bis 1918)"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section][et_pb_row][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Die Geschichte der Lou Rosenblatt (1911 bis 1918)<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_2494\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1915franzmarc.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2494\" class=\"wp-image-2494 size-medium\" src=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1915franzmarc-300x231.jpg\" alt=\"1915 mit Franz Marc\" width=\"300\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1915franzmarc-300x231.jpg 300w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1915franzmarc-150x116.jpg 150w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1915franzmarc-325x250.jpg 325w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1915franzmarc-369x284.jpg 369w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1915franzmarc.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2494\" class=\"wp-caption-text\">1915 mit Franz Marc<\/p><\/div>\n<p>Loos verschaffte Kokoschka Portraitauftr\u00e4ge in der Schweiz, wohin ihn Lou begleitete. Ihr Einfluss auf seine Malerei ist unumstritten. Was man sp\u00e4ter &#8222;psychologische Portraits&#8220; nannte, war haupts\u00e4chlich ihr zuzuschreiben. Als OK 1910 f\u00fcr ein Jahr nach Berlin ging, folgte ihm Lou zuerst, doch die Konkurrenzsituation wurde f\u00fcr beide unertr\u00e4glich. OK empfand Lou neben sich als st\u00f6rend und irritierend in seinem Selbstverst\u00e4ndnis von Authentizit\u00e4t<\/p>\n<p>Als Lou ihn im Juni 1911 noch ein letztes Mal in Berlin besuchte, fand zur gleichen Zeit in Herwarth Waldens Galerie &#8222;Der Sturm&#8220; eine Ausstellung mit OK, Klee, Kandinsky und Franz Marc statt. Es kam zum dramatischen Eklat mit OK und der definitiven Trennung. Lou sollte OK nie wiedesehen. Doch an diesem Abend in Berlin lernte sie den M\u00fcnchner Expressionisten Franz Marc kennen. Der fast zehn Jahre \u00e4ltere Maler war Mitglied der deutschen K\u00fcnstlergruppe &#8222;Der Blaue Reiter&#8220;. Franz Marc war schlank, gro\u00df, humorvoll und Kettenraucher. Ihre Beziehung war von Anfang an so selbstverst\u00e4ndlich, dass Lou im J\u00e4nner 1912 von Wien nach M\u00fcnchen zog, um mit Marc zusammenzuleben.<\/p>\n<div id=\"attachment_2496\" style=\"width: 223px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2496\" class=\"size-medium wp-image-2496\" src=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp-213x300.jpg\" alt=\"1918 mit Sophie Arp T\u00e4uber\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp-213x300.jpg 213w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp-107x150.jpg 107w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp-178x250.jpg 178w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp-202x284.jpg 202w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2496\" class=\"wp-caption-text\">1918 mit Sophie Arp T\u00e4uber<\/p><\/div>\n<p>Sie lernte den, ebenfalls in M\u00fcnchen lebenden Wassily Kandinsky kennen, dem sie ihr im Winter 1908\/1909 entstandenes Manuskript &#8222;\u00dcber Geist und Kunst&#8220; zeigte. 1912 erschien im M\u00fcnchner Piper Verlag Kandinskys &#8222;\u00dcber das Geistige in der Kunst&#8220;. Inwieweit WK sich aus Lous Manuskript &#8222;bedient&#8220; hatte, ist unklar. Das Manuskript ging verloren und alle Recherchen basieren auf Tagbuchnotizen Franz Marcs. Demzufolge kam es zwischen Lou Rosenblatt und Kandinsky zu schweren Zerw\u00fcrfnissen<br \/>\nDie Liebe zu Franz Marc war trotzdem ungetr\u00fcbt. Lous Bilder aus dieser Zeit zeigten allerdings schon fr\u00fcher als bei ihm Einfl\u00fcsse von futuristischen Formen. Reine T\u00f6ne, starke Kontraste und prismatische Formen bestimmten die Malerei. Eine Parisreise im Herbst 1912 und der Besuch Delaunays brachte auch f\u00fcr Marc die stilistische Wende. 1913 stellte Lou erstmals mit Gabriele M\u00fcnter und August Macke in der Galerie Thannhauser in M\u00fcnchen aus. 1914 plante sie zusammen mit Marc, Klee und Heckel eine moderne Illustration der Bibel.<\/p>\n<p>Bei Kriegsausbruch meldete sich Marc freiwillig zum Fronteinsatz. Auch er empfand Lous k\u00fcnstlerischen Werdegang und ihre beginnenden Erfolge als Malerin als problematisch f\u00fcr ihre gemeinsame Beziehung. Seine Reaktion war zwar nicht so emotional und definitiv wie bei OK, aber der Kriegsausbruch war f\u00fcr ihn eine M\u00f6glichkeit, sich zu distanzieren. Lou blieb weiterhin in M\u00fcnchen und die seltenen Besuche Marcs wurden zu traurigen und intensiven Momenten. Am 4. M\u00e4rz 1916 wurde Marc bei einem Erkundungsritt vor Verdun von einem Granateinschlag t\u00f6dlich getroffen. Lou geriet in eine schwere Krise. Dada wurde f\u00fcr sie, eingebettet im Zentrum des Berliner Dadaismus und den permanenten Diskussionen Hausmanns und Baader, zur Geisteshaltung, die sie ein Leben lang nicht mehr ablegte.<\/p>\n<div id=\"attachment_2497\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2497\" class=\"size-medium wp-image-2497\" src=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech-300x215.jpg\" alt=\"1920 mit Hannah H\u00f6ch\" width=\"300\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech-150x108.jpg 150w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech-348x250.jpg 348w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech-396x284.jpg 396w, https:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2497\" class=\"wp-caption-text\">1920 mit Hannah H\u00f6ch<\/p><\/div>\n<p>Nach der Organisation der Franz Marc Ged\u00e4chtnisausstellung in der M\u00fcnchner Neuen Sezession beschloss sie, M\u00fcnchen zu verlassen, und ging nach Berlin. Dort fand sie bald Anschlu\u00df an die Berliner Dada-Gruppe um Raoul Hausmann, Hannah H\u00f6ch, Johannes Baader und John Heartfield. Mit der gleichaltrigen Hannah H\u00f6ch verband sie eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam entstanden viele Collagen und Bilder.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/projects\/die-geschichte-der-lou-rosenblatt-1919-bis-1924\/\">\u2192 Teil 3<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[et_pb_section][et_pb_row][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220;] Die Geschichte der Lou Rosenblatt (1911 bis 1918) Loos verschaffte Kokoschka Portraitauftr\u00e4ge in der Schweiz, wohin ihn Lou begleitete. Ihr Einfluss auf seine Malerei ist unumstritten. 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Ihr Einfluss auf seine Malerei ist unumstritten. Was man sp\u00e4ter \"psychologische Portraits\" nannte, war haupts\u00e4chlich ihr zuzuschreiben. Als OK 1910 f\u00fcr ein Jahr nach Berlin ging, folgte ihm Lou zuerst, doch die Konkurrenzsituation wurde f\u00fcr beide unertr\u00e4glich. OK empfand Lou neben sich als st\u00f6rend und irritierend in seinem Selbstverst\u00e4ndnis von Authentizit\u00e4t<\/p><p>Als Lou ihn im Juni 1911 noch ein letztes Mal in Berlin besuchte, fand zur gleichen Zeit in Herwarth Waldens Galerie \"Der Sturm\" eine Ausstellung mit OK, Klee, Kandinsky und Franz Marc statt. Es kam zum dramatischen Eklat mit OK und der definitiven Trennung. Lou sollte OK nie wiedesehen. Doch an diesem Abend in Berlin lernte sie den M\u00fcnchner Expressionisten Franz Marc kennen. Der fast zehn Jahre \u00e4ltere Maler war Mitglied der deutschen K\u00fcnstlergruppe \"Der Blaue Reiter\". Franz Marc war schlank, gro\u00df, humorvoll und Kettenraucher. Ihre Beziehung war von Anfang an so selbstverst\u00e4ndlich, dass Lou im J\u00e4nner 1912 von Wien nach M\u00fcnchen zog, um mit Marc zusammenzuleben.<\/p>[caption id=\"attachment_2496\" align=\"alignleft\" width=\"213\"]<a href=\"http:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp.jpg\"><img class=\"size-medium wp-image-2496\" src=\"http:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1918sophiearp-213x300.jpg\" alt=\"1918 mit Sophie Arp T\u00e4uber\" width=\"213\" height=\"300\" \/><\/a> 1918 mit Sophie Arp T\u00e4uber[\/caption]<p>Sie lernte den, ebenfalls in M\u00fcnchen lebenden Wassily Kandinsky kennen, dem sie ihr im Winter 1908\/1909 entstandenes Manuskript \"\u00dcber Geist und Kunst\" zeigte. 1912 erschien im M\u00fcnchner Piper Verlag Kandinskys \"\u00dcber das Geistige in der Kunst\". Inwieweit WK sich aus Lous Manuskript \"bedient\" hatte, ist unklar. Das Manuskript ging verloren und alle Recherchen basieren auf Tagbuchnotizen Franz Marcs. Demzufolge kam es zwischen Lou Rosenblatt und Kandinsky zu schweren Zerw\u00fcrfnissen<br \/> Die Liebe zu Franz Marc war trotzdem ungetr\u00fcbt. Lous Bilder aus dieser Zeit zeigten allerdings schon fr\u00fcher als bei ihm Einfl\u00fcsse von futuristischen Formen. Reine T\u00f6ne, starke Kontraste und prismatische Formen bestimmten die Malerei. Eine Parisreise im Herbst 1912 und der Besuch Delaunays brachte auch f\u00fcr Marc die stilistische Wende. 1913 stellte Lou erstmals mit Gabriele M\u00fcnter und August Macke in der Galerie Thannhauser in M\u00fcnchen aus. 1914 plante sie zusammen mit Marc, Klee und Heckel eine moderne Illustration der Bibel.<\/p><p>Bei Kriegsausbruch meldete sich Marc freiwillig zum Fronteinsatz. Auch er empfand Lous k\u00fcnstlerischen Werdegang und ihre beginnenden Erfolge als Malerin als problematisch f\u00fcr ihre gemeinsame Beziehung. Seine Reaktion war zwar nicht so emotional und definitiv wie bei OK, aber der Kriegsausbruch war f\u00fcr ihn eine M\u00f6glichkeit, sich zu distanzieren. Lou blieb weiterhin in M\u00fcnchen und die seltenen Besuche Marcs wurden zu traurigen und intensiven Momenten. Am 4. M\u00e4rz 1916 wurde Marc bei einem Erkundungsritt vor Verdun von einem Granateinschlag t\u00f6dlich getroffen. Lou geriet in eine schwere Krise. Dada wurde f\u00fcr sie, eingebettet im Zentrum des Berliner Dadaismus und den permanenten Diskussionen Hausmanns und Baader, zur Geisteshaltung, die sie ein Leben lang nicht mehr ablegte.<\/p>[caption id=\"attachment_2497\" align=\"alignleft\" width=\"300\"]<a href=\"http:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech.jpg\"><img class=\"size-medium wp-image-2497\" src=\"http:\/\/www.maderthaner.cc\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/1920hannahhoech-300x215.jpg\" alt=\"1920 mit Hannah H\u00f6ch\" width=\"300\" height=\"215\" \/><\/a> 1920 mit Hannah H\u00f6ch[\/caption]<p>Nach der Organisation der Franz Marc Ged\u00e4chtnisausstellung in der M\u00fcnchner Neuen Sezession beschloss sie, M\u00fcnchen zu verlassen, und ging nach Berlin. Dort fand sie bald Anschlu\u00df an die Berliner Dada-Gruppe um Raoul Hausmann, Hannah H\u00f6ch, Johannes Baader und John Heartfield. Mit der gleichaltrigen Hannah H\u00f6ch verband sie eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam entstanden viele Collagen und Bilder.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.maderthaner.cc\/projects\/die-geschichte-der-lou-rosenblatt-1919-bis-1924\/\">\u2192 Teil 3<\/a><\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"class_list":["post-2478","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2478"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2478\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/414"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}