{"id":329,"date":"2015-12-29T21:23:58","date_gmt":"2015-12-29T20:23:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maderthaner.cc\/?page_id=329"},"modified":"2016-02-29T17:20:27","modified_gmt":"2016-02-29T16:20:27","slug":"2014-in-bed-with-abstraktion","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/text\/2014-in-bed-with-abstraktion\/","title":{"rendered":"2014 In Bed with Abstraction"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section][et_pb_row][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;titel&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220;]<\/p>\n<h5>In Bed with Abstraction<\/h5>\n<h5>Franziska Maderthaner im Gespr\u00e4ch mit Maria Rennhofer<\/h5>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;Link&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;right&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.maderthaner.cc\/index.php\/text\/2014-in-bed-with-abstraktion\/2014-in-bed-with-abstraction-e\/\">[english version]<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_3&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;In Bed with Abstraktion (deutsch)&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220;]<\/p>\n<p>Maria Rennhofer: <em>Die Kunst lebt immer vom Spannungsfeld zwischen Wirklichkeit, Natur und Gegenstand einerseits und dem Transzendieren dieser realen Basis andererseits. In Ihren Bildwelten scheint die virtuelle Welt, von der wir heute alle umgeben sind, ein zus\u00e4tzlicher Aspekt zu sein. Ist Ihre Malerei der Versuch, virtuelle Realit\u00e4t und reale Virtualit\u00e4t zu verbinden?<\/em><\/p>\n<p>Franziska Maderthaner: In einem Interview 1999 habe ich diese beiden Bereiche Realit\u00e4t und Virtualit\u00e4t kategorisiert. Heute unterscheide ich vielmehr zwischen Natur und K\u00fcnstlichkeit, und der Versuch der Homogenisierung dieser beiden Begriffe in den Bildern ist f\u00fcr mich wichtig geworden. Meine neuen Bilder gehen von abstrakten Sch\u00fcttungen aus. Dieser diffuse, fast organisch anmutende Raum entsteht in der Horizontalen, und von oben betrachtet sieht die Fl\u00e4che, in der die Farben in einander rinnen, wo Schwerkraft und Chemie Seen, Wolken, Rinnsale und sonstige Effekte entstehen lassen, wie Google Earth aus. Also eine Natur-Assoziation, aber zugleich doch auch etwas Virtuelles. Diese Basis wird dann mit Elementen aus der Natur und Zitaten aus der Kunst weiter bearbeitet.<\/p>\n<p>M.R.: <em>Von Galeristen, Sammlern und Kritikern werden Sie meist als gegenst\u00e4ndliche K\u00fcnstlerin eingestuft, obwohl es in Ihren Bildern sehr unterschiedliche, eben auch abstrakte Elemente gibt. Was bedeutet der Begriff \u201egegenst\u00e4ndliche Kunst\u201c f\u00fcr Sie?<\/em><\/p>\n<p>F.M.: Ich bekenne mich zur gegenst\u00e4ndlichen Malerei. Denn es geht nicht um den Prozentanteil von Gegenst\u00e4ndlichkeit auf einem Bild, sondern um die Intention des K\u00fcnstlers, dass gegenst\u00e4ndliche Elemente auch als solche wahrgenommen werden. Dass die Menschen einen Hasen, eine Tulpe, ein Baguette oder eine Taube erkennen, weil dieser Gegenstand, abgesehen von seiner farblichen oder formalen Qualit\u00e4t, auch eine inhaltliche, symbolische Aussage hat. Die reine Abstraktion w\u00e4re f\u00fcr mich nicht genug, weil ich der Meinung bin, dass sich die M\u00f6glichkeiten der abstrakten Malerei im 20. Jahrhundert ersch\u00f6pft haben. Es war eine wichtige Entwicklung, aber mit den abstrakten Expressionisten und deren Nachfolgern, die mit analytischer Malerei oder mit Chemie experimentierten \u00e0 la Polke, ist man zu Punkten gelangt, die in dieser zweidimensionalen Arena, in der wir uns da bewegen, nicht mehr zu toppen sind. Die formalen Entscheidungen, wie ich gegenst\u00e4ndliche Elemente farblich und kompositorisch ins Bild setze, bauen auf alten gestaltpsychologischen Kriterien auf, wobei ich mich am ehesten an den Alten Meistern orientiere. Wenn man jahrzehntelang malt, wei\u00df man, wie die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten eines guten Bildes funktionieren. Und man kann mit diesen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten weiterarbeiten, sie dehnen oder auch brechen. Ich hatte in dieser Hinsicht einen sehr guten Lehrer, Herbert Tasquil, der genau diese Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten von Malerei unglaublich gut analysieren konnte. Parallel dazu habe ich auch bei Bazon Brock studiert. Das war nat\u00fcrlich ein totaler Widerspruch: der eine konzentrierte sich nur auf Reflexion, Kommunikation und Sprache, dem andern ging es darum, uns die Gesetze von guter Kunst auf der rein formalen Ebene zu vermitteln. F\u00fcr mich ist das quasi als Handgep\u00e4ck oder als Repertoire verinnerlicht.<\/p>\n<p>M.R.: <em>Unter dem \u00dcberbegriff \u201egegenst\u00e4ndliche Malerei\u201c gibt es nat\u00fcrlich v\u00f6llig unterschiedliche Auspr\u00e4gungen \u2013 welcher f\u00fchlen Sie sich am ehesten zugeh\u00f6rig?<\/em><\/p>\n<p>F.M.: Wahrscheinlich am ehesten der Pop Art, weil mich Oberfl\u00e4chen immer stark interessiert haben. Nat\u00fcrlich spielt Narration auch eine Rolle, obwohl mir der Begriff zu beliebig erscheint. Es gibt in meinen Arbeiten eher paradoxe Momente, die zwar mit Zitaten spielen, aber die Geschichte f\u00fcr den Betrachter offen lassen. Man kann sehr viele eigene Geschichten in meinen Bildern sehen und sich vielleicht auch in Dingen, eben auch in Oberfl\u00e4chen verlieren, die gar keine Geschichten erz\u00e4hlen. Es kann auch immer wieder kippen zwischen Geschichte und Oberfl\u00e4che, zwischen Sch\u00f6nheit und Banalit\u00e4t, zwischen Attraktivit\u00e4t und Brutalit\u00e4t. Auch politische Themen kommen vor, wenn ich zum Beispiel einen Obdachlosen in ein barockes Ambiente setze und dem ganzen den Titel \u201eRating Agency\u201c gebe. Da zitiere ich die unglaublich arrogant blickenden G\u00f6ttinnen oder Engel von Fragonard, die mich an das Gehabe mancher Banker denken lassen.<\/p>\n<p>M.R.: <em>Dieses Nebeneinander von unterschiedlichen Elementen \u2013 politische Aktualit\u00e4t, Zitate aus der Kunstgeschichte, abstrakte Partien, mythologische Ankl\u00e4nge, aber auch sehr stylische Gestalten \u2013 ist dieses Nebeneinander als Ausdruck unserer Zeit zu verstehen, wo wir alles zu kennen und zu wissen glauben, \u00fcber das Internet und andere Medien Zugang zu allem verf\u00fcgbaren Wissen haben?<\/em><\/p>\n<p>F.M.: Absolut! Vor allem der Zugang zu allen verf\u00fcgbaren Bildern ist ein wichtiger Punkt. F\u00fcr mich ist die Besch\u00e4ftigung mit Abbildungen von Kunst immer unglaublich wichtig gewesen, und ich habe sicher die H\u00e4lfte meiner Studienzeit in der Bibliothek der Angewandten verbracht, um noch in den Vor-Internet-Zeiten dieses Wissen einzusaugen. Da hat sich \u00fcber die Jahrzehnte hindurch ein riesiges Bilderarchiv in meinem Kopf entwickelt, und aus diesem Archiv sch\u00f6pfe ich noch immer, weil ich Bilder unglaublich schnell zuordnen kann. Das Internet war f\u00fcr mich ein enormer Gewinn, weil ich Bilder von Caravaggio, Fragonard, Beuys oder wem auch immer nun per Mausklick parat habe. Ich kann damit aber umgehen, weil ich dieses Wissen im Hintergrund habe, wie ich das Ganze einordnen und produktiv machen kann. Jetzt ist dieses Wissen, das ich mir in der vor-digitalen Zeit angeeignet habe, eine irrsinnige Hilfe, um sich in diesem grenzenlosen Universum zu orientieren und damit zu arbeiten. Bei meinen Studenten merke ich, dass sie sich schwer tun Querverbindungen zu erkennen, und noch nicht wissen, wie sie mit diesen unendlichen Bildwelten produktiv umgehen sollen. Ich merke aber auch, wie viele Menschen, die sich nicht ausschlie\u00dflich mit Kunst besch\u00e4ftigen, mit diesen Bildwelten gar nicht wirklich etwas anfangen k\u00f6nnen. Dass es eine Orientierungslosigkeit und eine \u00dcbers\u00e4ttigung gibt, die zu einer Art Blindheit f\u00fchrt. Ich beobachte oft Menschen, wie sie durch ein Museum gehen, ohne zu wissen, wie man \u00fcberhaupt sieht, und ich finde es traurig, dass das Sehen fast verlernt wurde in dieser visuellen \u00dcberf\u00fclle, die wir verf\u00fcgbar haben.<\/p>\n<p>M.R.: <em>In Ihren Bildern ist die Oberfl\u00e4che offenbar sehr wichtig, das legt die Frage nach der Vorgangsweise nahe: Der Hintergrund wird also gesch\u00fcttet&#8230;<\/em><\/p>\n<p>F.M.:&#8230;genau, das sieht vielleicht leicht aus, ist aber ziemlich kompliziert, damit man diese bestimmten Allover-Effekte hin bekommt. Ich mache also das vielfach Unvorhersehbare der Sch\u00fcttungen zu meinem Ausgangspunkt und meditiere dann weiter, um zu sehen, welche Erg\u00e4nzungen oder Transformationen ins Gegenst\u00e4ndliche mich interessieren w\u00fcrden.<br \/>\nAus dieser Mischung von Zufall und \u00dcberlegung entsteht schlie\u00dflich das Bild. Die Idee f\u00fcr diese Arbeitsweise kommt urspr\u00fcnglich aus dem Aquarell. Ich wollte die Leichtigkeit aus meinen Aquarellarbeiten auf die Leinwand \u00fcbersetzen. Nachdem ich ein paar Jahre geforscht und experimentiert hatte, mit welchen Farben man \u00c4hnliches wie im Aquarell auch auf Leinwand erreichen kann, hatte ich endlich die technischen Probleme gel\u00f6st, um so frei arbeiten zu k\u00f6nnen, wie ich es jetzt tue. Ungef\u00e4hr ab 2006 habe ich zun\u00e4chst meine eigenen Aquarelle zitiert, allerdings noch in klassischer \u00d6lmalerei. Ab 2007 wurden dann einzelne Partien bereits gesch\u00fcttet, aber erst seit etwa einem Jahr mache ich die Sch\u00fcttungen \u00fcber die ganze Fl\u00e4che und arbeite erst dann wiederum klassisch in \u00d6l hinein.<\/p>\n<p>M.R.: <em>Das fertige Bild wird gefirnisst, was heute auch nicht mehr unbedingt \u00fcblich ist \u2013 ist das auch so zu verstehen, dass das Bild damit abgeschlossen ist und in die Freiheit entlassen wird?<\/em><\/p>\n<p>F.M.: Ja, der Firnis ist Schutz und Distanz zugleich. Er homogenisiert die gesch\u00fctteten Partien mit den gemalten Bereichen der Bilder und ist tats\u00e4chlich auch Schutz im chemischen Sinn. Falls bei einer wilden Party \u2013 heute nennt man das Verkostung \u2013 z.B. Rotwein dar\u00fcber gesch\u00fcttet w\u00fcrde, k\u00f6nnte man das einfach abwischen. Und diese gl\u00e4nzenden Oberfl\u00e4chen lassen immer auch einen Eindruck von Distanz entstehen, was mir wichtig ist. In meinen Augen geh\u00f6rt das zur Wertsch\u00e4tzung von Kunst und entspricht der Art und Weise wie ich Kunst betrachte. Der Kunst, die ich liebe, begegne ich mit gro\u00dfem Respekt. Da habe ich oft sehr erhabene Gef\u00fchle. Ein altmodisches Wort, aber diese Erhabenheit im Erleben von Kunst ist mir sehr wichtig. Und dazu geh\u00f6rt f\u00fcr mich auch Distanz.<\/p>\n<p>M.R.: <em>In Ihren Bildern wimmelt es vor Zitaten aus der Kunstgeschichte: Ingres und Caspar David Friedrich, Brus und West etc., etc. Haben Sie je analysiert, woher Ihr Bed\u00fcrfnis des Zitierens kommt? Ist das auch ein Versuch der Selbstlegitimation aus der Kunstgeschichte?<\/em><\/p>\n<p>F.M.: Nein, ich f\u00fchle mich eher mit den Appropriation-K\u00fcnstlern verbunden. Wenn man in den achtziger Jahren Kunst studiert hat, gab es zwei M\u00f6glichkeiten: entweder man hat Neue Wilde Malerei gemacht \u2013 was ich nat\u00fcrlich auch versucht habe, ich war ja mit Brandl, Zitko und Rockenschaub, der damals noch wild gemalt hat, zusammen in einer Klasse. Die andere M\u00f6glichkeit, die mich eigentlich immer mehr interessiert hat, war der intellektuellere Zugang zur Malerei. Und da gab es damals vor allem die Amerikaner, Leute wie Sherrie Levine, Cindy Sherman oder Richard Prince. Auch sie zitieren Bildwelten, die schon so etwas wie kollektives Allgemeingut geworden sind. Aber wenn man an Cindy Sherman denkt, ist das doch eine andere Art von Zitat, als man es im klassischen Sinn versteht.<\/p>\n<p>M.R.: <em>Sie selbst verwenden auch Zitate aus Alltagsmedien&#8230;<\/em><\/p>\n<p>F.M.:&#8230;das sind eher Platzhalter. Frauen von hinten \u2013 bei mir sind es fast immer Frauen &#8211; sind eigentlich Caspar David Friedrich-Zitate. Die ersten Figuren von hinten waren etwa eine Frau vor einem Werk von Franz West oder Daniel Buren. Den zitiere ich \u00fcberhaupt sehr gern. Es gibt eine ganze Serie von Frauen, die sich in gestreiften Kleidern Buren-Kunstwerke anschauen &#8211; was nat\u00fcrlich sehr nahe liegend, aber auch h\u00f6chst ironisch ist. Die schauen die Kunst wie ein Naturspektakel an. Dass ich sie von hinten zeige, ist auch ein Trick, denn sobald eine Person von hinten abgebildet ist und man das Gesicht nicht sieht, projiziert der Betrachter automatisch sein eigenes Gesicht oder ihm sympathische Gesichter hinein, und das Bild bekommt eine viel gr\u00f6\u00dfere pers\u00f6nliche Identifikationskraft, als wenn die Person aus dem Bild herausschaut. Das hat der Caspar David Friedrich schon sehr clever eingesetzt.<\/p>\n<p>M.R.: <em>Kunst erfahren ist eine Sache, Kunst produzieren eine andere. Welche Intention steckt hinter diesen neuen Bildern?<\/em><\/p>\n<p>F.M.: Sicher zun\u00e4chst der vielleicht seltsame Gedanke, dass ich Bilder machen m\u00f6chte, die ich selbst noch nie gesehen habe, die mich \u00fcberraschen, verwirren, die ich vielleicht auch selbst nicht so ganz verstehe. Warum ich es \u00fcberhaupt so mache? Vielleicht, um nicht verr\u00fcckt zu werden. Gerade bei der \u00d6lmalerei muss man sich unglaublich konzentrieren, sehr konsequent und viele Stunden t\u00e4glich dran sein. Das ist bisweilen gar nicht so ein kreativer, freier, k\u00fcnstlerischer, sondern ein ganz disziplinierter, straighter, fast beamtischer Zugang. Es ist zeitaufwendig und anstrengend. Das Terpentin vergiftet mich, man wird ein bisschen high davon, aber ich merke, dass ich das brauche. Da ich ja auch unterrichte und den halben Tag kommuniziere, ist das eine andere Seite, die das Dasein f\u00fcr mich rund macht. Aber die Hintergr\u00fcnde liegen sicher, wie bei vielen K\u00fcnstlern, in meiner Kindheit. Meine Eltern sind beide Architekten, die mir das Zeichnen sehr gut beigebracht haben, aber sie waren auch sehr streng. Vor allem meine Mutter hat nur Bilder und Zeichnungen akzeptiert, an denen man mindestens drei Stunden gearbeitet hat. Durch Sch\u00fcttungen arbeite ich vielleicht auch daran, diesen psychologischen Druck weg zu bekommen oder zumindest zu hinterfragen.<\/p>\n<p>M.R.: <em>Kunst ist immer auch ein Zeitdokument und im Kontext von Zeit und Raum, von historischen und politischen Umst\u00e4nden verankert. Wie weit w\u00fcrden Sie das auch f\u00fcr Ihre Kunst gelten lassen? Erz\u00e4hlen Ihre Bilder vom Hier und Jetzt?<\/em><\/p>\n<p>F.M.: Die neuen Bilder handeln sicher nicht nur aber auch im Hier und Jetzt, insofern, als ich immer wieder Elemente einbaue, die etwa auf die momentane politische oder die aktuelle Situation der Finanzwirtschaft hinweisen. Auf einem Bild mit einem Zitat von Jean Louis Davids \u201eMarat\u201c liegt davor ein junger Mann der Occupy-Bewegung in New York. Dabei wollte ich das Spannungsfeld historisch unterschiedlicher Ideen von Revolution und Freiheit in einem Bild vereinen. Ich habe auch eine Serie zum Thema Frauen in Burkas gemacht. Im Prinzip gehen alle meine Sujets weit \u00fcber das Private hinaus, haben einen bestimmten \u00f6ffentlichen, politischen Background. Es gibt auch, abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen, keine Selbstportraits von mir, keine intimen Bilder. Die Art, wie ich Bilder finde, kommt mir oft wie eine riesige Mischmaschine vor, wo ich aus all diesen vielen Bildwelten und dem ganzen Wissen \u00fcber Malerei und Kunst seltsame Sachen zusammenklone, die ich so noch nicht erlebt habe. Der Hase zum Beispiel in dem einen Bild ist aus einem niederl\u00e4ndischen Stillleben, aber der Titel \u201eErkl\u00e4rungsbedarf\u201c kommt von Joseph Beuys, wie man dem toten Hasen die Kunst erkl\u00e4rt. Also nach dem Firnis kommen die Titel, und es macht mir wirklich gro\u00dfen Spa\u00df, auch gemeinsam mit Freunden, Titel f\u00fcr meine Bilder zu suchen. Das entwickelt sich manchmal zu eigenen, lustvollen \u201eTitelerfindungs\u201c-Partys.<br \/>\nTitel sind nat\u00fcrlich auch Finten. Ich vergleiche gerne gegl\u00fcckte Malerei mit gegl\u00fcckter Wilderei. Nicht nur im visuellen Feld muss man einiges wissen, um gute Fallen stellen zu k\u00f6nnen. Die Titel lege ich dabei als K\u00f6der. Mit den \u201eFallen\u201c selbst sollte man sie allerdings nicht verwechseln.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[et_pb_section][et_pb_row][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;titel&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220;] In Bed with Abstraction Franziska Maderthaner im Gespr\u00e4ch mit Maria Rennhofer [\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;Link&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;right&#8220;] [english version] [\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_3&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;In Bed with Abstraktion (deutsch)&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220;] Maria Rennhofer: Die Kunst lebt immer vom Spannungsfeld zwischen Wirklichkeit, Natur und Gegenstand einerseits und dem Transzendieren dieser realen Basis andererseits. 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